Ein namenloser Elf tritt an einer Grenze auf, an der die Brüder eine Antwort auf das Verschwinden ihrer Schwester suchen. Seine knappe Erscheinung hinterlässt weit größere Folgen als sein kurzer Auftritt vermuten lässt.
Der Grenzmagier trägt kurzes weißes Haar und ein graues Kampfgewand. Er ist nicht Lancen mit dessen langem silbernem Haar, violetten Augen und späterer grüner Blattrüstung; ebenso wenig ist er Arn. Sein Name und seine Herkunft bleiben offen.
Spoiler · Wichtige Handlung enthüllen
Nach der Lektüre
Er handelt in Vintus’ Auftrag. Nach Ionas Übergang bindet er Tamm und Buck am Nebelsee. Der Sturm geht dem Erwachen in bereits gealterten Körpern voraus; erst danach begegnet ihnen der Bote mit dem nachgeahmten Kleid. Der Bann unterdrückt ihre noch nicht frei erwachte Erbmacht, verbirgt ihre Aura und lässt sie körperlich altern.
Das zunächst unblutige Kleid soll den Tod Ionas glaubhaft machen. Die Kopie besitzt nicht die grobe helle Reparaturnaht unter dem linken Ärmel, die Iona vor dem Aufbruch selbst genäht hat. Erst Jahre später stillen die Brüder mit dem Stoff Damons Blutung. Das Blut stammt deshalb vom Großvater; es gehörte nicht zur ursprünglichen Übergabe durch den Grenzmagier. Ein vermeintlicher Beweis ersetzt die fehlende Gewissheit und lenkt das Handeln der Zurückgebliebenen.
Die Brüder bleiben beieinander. Vintus braucht sie lebend, aber von Iona und von ihrer eigenen Macht getrennt. Ihr Unglaube ist weder Ursache noch gerechte Begründung der Verwandlung. Auch der Tod des Auftraggebers nimmt dem Binderbann nicht von selbst seine Wirkung.
Sein Auftreten belastet später auch das Vertrauen zu anderen Elfen. Die Brüder prüfen Arn und Lancen mit dem Misstrauen von Menschen, denen schon einmal ein Fremder eine grausame Gewissheit gebracht hat. Doch der kurzhaarige Mann vom See war ein anderer: Vintus’ namenloser Vollstrecker.
Aus dem Begleitbuch „Das Buch der Wächter“. Ergänzende Legenden und Deutungen sind im Text als solche gekennzeichnet.
