Wissen · Das Buch der Wächter

Die Legende von Isia und Tork

Man erzählt, Isia habe ihren Krug jeden Abend am selben Ufer gefüllt. Dort, wo die Wurzeln der alten Bäume in den See griffen, wartete ein Krieger aus Scots. Andere Männer fragten nach den Geheimnissen ihres Volkes. Tork fragte, ob er ihr das Wasser tragen dürfe.

Vielleicht war es nicht mehr als diese kleine, wiederkehrende Geste, der sie zuerst vertraute: eine ausgestreckte Hand, die nichts forderte.

Als das Land der Elfen in Not geriet, gingen die beiden in die alten Wälder. Sie riefen den Wolf, der die Seinen zusammenhält; den Falken, dessen Blick bis hinter die nächsten Klippen reicht; die Katze, der mehr als eine Gestalt gehört; den Panda, der bewahrt und heilt; und den Drachen, der das Feuer hütet.

Die Tierseelen gewährten ihren Schutz. Doch, so erzählt die Legende, sie verlangten eine Bindung, die niemand leichtfertig eingehen konnte: Der Hüter sollte das Leben seines Gefährten teilen, bis in den Tod. Isia und Tork nahmen den Preis an.

Aus dem Bund stieg der Nebel. Fünf Wälder wurden den Tierseelen anvertraut, und Isia nahm den Drachen an ihre Seite. Sein Zeichen blieb ihrer Linie verbunden.

Dies ist die Legende von ihrem Anfang. Der Krug, das abendliche Ufer und die Worte der Tierseelen gehören zu ihrer erzählerischen Gestalt; die Gründung durch Isia und Tork gehört zur Geschichte des Reichs.

Aus dem Begleitbuch „Das Buch der Wächter“. Ergänzende Legenden und Deutungen sind im Text als solche gekennzeichnet.

Wasserkrug mit einer hellen Seeblüte