Jelot arbeitet in einem Stall in Ghor. Im Gedränge hält er einen Zügel sicherer, als sein schmaler Körper vermuten lässt. Er gehört zu den Menschen, die ein reisender Wächter leicht übersehen könnte – und die Ansgar trotzdem wahrnimmt.
Das Porträt hält Jelot zur Zeit von Ansgars Erinnerung fest: etwa dreizehnjährig, schmal, mit kurzem struppigem braunem Haar und graubraunen Augen. Er trägt geflickte erdige Kleidung und einen Strick über dem Arm. Seit dieser Begegnung sind Jahre vergangen.
Spoiler · Wichtige Handlung enthüllen
Nach der Lektüre
Barbaren töteten seine Eltern. Eine Wirtin nahm ihn auf, nachdem er halb erfroren im Wald gefunden worden war. Sein Lebenslauf ist damit nicht auf ein Opferbild beschränkt. Im Stall besitzt er Wissen und Aufgaben, die er ernst nimmt.
Bevor er das fremde Pferd übernimmt, gibt er ihm Zeit, seine Hand zu beschnuppern. Anschließend führt er es aus dem Gedränge. Die Handlung zeigt Sorgfalt und Erfahrung. Ansgar kennt den Jungen und vertraut ihm etwas an, statt nur über sein Unglück zu sprechen.
Thamaya beobachtet diese Begegnung. Sie sieht am Prinzen eine Aufmerksamkeit, die sich nicht allein an Rang oder höfische Anerkennung richtet. Jelot dient dadurch dem Blick auf Ansgar, bleibt aber selbst derjenige, der mit dem Pferd umzugehen weiß.
In Ansgars Erinnerung bleibt er der Junge, der dem Pferd zunächst Zeit für eine vorsichtige Berührung gibt. Über seinen späteren Weg weiß Thamaya wenig; die kleine Begegnung bewahrt dennoch seinen Namen und die Sorgfalt seiner Hände.
Aus dem Begleitbuch „Das Buch der Wächter“. Ergänzende Legenden und Deutungen sind im Text als solche gekennzeichnet.
