Figuren · Das Buch der Wächter

Yal

Yal arbeitet im Palast von Araxiontis. Er hört einen Auftrag vollständig an, ehe er handelt. Ein Befehl wird bei ihm nicht durch hastiges Weitererzählen zu einem Gerücht, und ein lückenhafter Bericht nicht zu einer sicheren Antwort.

Yal ist ein erwachsener Palastbediensteter und Bote mit kurzem dunklem Haar, ruhig prüfendem Gesicht und schlichter Dienstkleidung. Eine versiegelte Dokumentenmappe begleitet seine Arbeit. Über seine Herkunft und seine Familie ist wenig bekannt.

Spoiler · Wichtige Handlung enthüllen

Nach der Lektüre

Adrial kann sich darauf verlassen, dass er Menschen heraufbringt und Nachrichten sorgfältig weitergibt. Ihre Gedankenansprache ist Teil ihres eingeübten Kontakts. Daraus folgt nicht, dass Yal selbst dieselbe magische Gabe besitzt oder dass Adrial jeden beliebigen Menschen ohne Grenze dirigieren könnte.

Bei Unterlagen fragt er nach der nötigen Erlaubnis. Diese Sorgfalt schafft zunächst eine Hürde, schützt aber zugleich davor, private Geschichten auf bloßen Verdacht hin auszubreiten. Für Iona wird er zu einem konkreten Ansprechpartner, als sie den Weg ihrer Nachricht nach Schottland verfolgen will. Eine Eintragung im Botenregister belegt die Annahme, nicht die Zustellung am anderen Ende.

Auf Ansgars Veranlassung und mit königlicher Erlaubnis prüft Yal alte Wach- und Transportberichte. Seine Abschrift liefert Thamaya eine belegte Spur zu ihrer Mutter und den vier Geschwistern: Sie wurden damals nach Ghor gebracht. Über ihren heutigen Verbleib schweigen diese Unterlagen.

Yal sagt genau das, was eine Quelle trägt. Er ist damit kein allwissender Retter einer verschollenen Familie, sondern jemand, dessen Verlässlichkeit eine neue Suche überhaupt erst möglich macht. Zwischen falscher Hoffnung und überprüfbarem Anfang liegt für Thamaya ein entscheidender Unterschied.

Aus dem Begleitbuch „Das Buch der Wächter“. Ergänzende Legenden und Deutungen sind im Text als solche gekennzeichnet.

Illustration: Yal